Impressionen in Nacht-Moll

 
   
 

Das Fenster steht offen; ein kühlendes Lüftchen
zieht zu mir herein. Ich atme tief ein.
Ich schnuppere und wittere, und rieche doch kein
Hauch von jeglichem Düftchen.

Ratternde Züge fahren zu schnell vorbei
Die Zombies darin in Eile wollen schnell heim
zu Frau und Kind und ... Spießer. Ersticken im Keim
die Hoffnung auf Leben. Well. Ist mir einerlei.

Die Andern sind auf so 'ner Party. Mutieren
Zu ähnlichen Zombies. Was für ein Glück,
daß ich nicht dabei bin. Und (ein ganz kleines Stück)
denk ich mir: Die werden vorm Leben noch kapitulieren.

Da drüben im Fenster brennt immerhin Licht.
Noch wer am Leben. Sind sogar zu zweit.
Was machen die da? Na. Das geht zu weit.
Solch schmutzige Sachen? Hier bitte nicht!

Das Fenster fällt zu. Ich schaue hinein und sehe
Mich selbst - und krieg 'nen Mords-Schrecken:
Im ganzen Gesicht - überall Leichenflecken.
Und ich dachte, daß ich keiner von ihnen wäre.

Bastian Friedrich
25.1.2001
Einfach so