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Warum ich der Meinung bin, daß Linux einfach besser istIrgendwann Ende 1995 hörte ich das erste Mal von einem Betriebssystem namens Linux. Eine kostenlose Version des "riesigen" Unix-Systems sollte das sein. Zwar glaubte ich, daß ich nie im Leben damit zurecht kommen würde, aber einen Blick würde ich doch gerne darauf werfen - des reinen Interesses wegen. So ergab es sich, daß ich mir im Frühjahr 1996 meine erste Linux-CD kaufte - schon lange hatte ich eigentlich keine Lust mehr gehabt auf Windows und Co. Die Lust an Windows hatte mir vieles verdorben: Nicht zuletzt wird Micro$oft Windows echtes Multitasking deshalb zugesprochen, weil es wohl das einzige OS ist, das gleichzeitig bootet und abstürzt... ;-) Wer schon einmal versucht hat, neben einem einfachen Diskcopy noch so etwas simples wie Solitaire zu starten, weiß, warum Windows-Multitasking keines ist: Leider gibt's wohl die Definition des "Multi-Waiting"s noch nicht... So kommt es, daß ich seit Mitte '97 Windows nur noch für das eine oder andere Spielchen, zum Betrachten von Video-DVDs sowie zum Testen von WWW-Layouts mit dem Interenet-Explorer auf dem Rechner habe. Windows NT/2000/XP mag zwar vom Konzept her ein ausgereiftes und stabiles OS sein (auch darüber läßt sich streiten - die Bugs in NT sind jedenfalls zahlreicher gesät als in Linux), ich habe aber keine Lust, einige hundert Mark für ein System auszugeben, was nicht einmal mit dem Office-Paket aus Billy Gates Softwareschmiede zusammenläuft - ganz abgesehen davon, daß ich hoffe, nie mehr einen Pfennig in dessen reichlich gefüllte Kasse zahlen zu müssen. Auch OS/2 hat sich für mich als untauglich herausgestellt: Neben seinen doch relativ hohen Ansprüchen an die Ressourcen hatte ich vor allem immer das Problem der fehlenden Software - das Problem, über das wohl jeder OS/2-Nutzer spricht. Selbst das hätte mich aber immernoch nicht davon abgebracht, es zumindest als Ersatz für Windows/DOS-Programme einzusetzen: Schließlich hatte ich mit einigen Programmen unter WinOS/2 weniger Probleme als unter Windos. Auch das Multitasking der Windows-Programme untereinander macht unter OS/2 oft weniger Probleme als unter Windows. Leider hatte OS/2 aber mit einem früheren Rechner einige Kompatibilitätsprobleme, die mich schließlich dazu brachten, OS/2 nicht weiter einzusetzen. Heute hat es seine Rolle als Konkurrenzprodukt zu Windows ohnehin praktisch verloren; Und so kam Linux gerade recht: Ein System, das im Jahr keine 3 mal abstürzt! Ich sollte wohl hinzufügen, daß in den meisten Fällen ich selbst für die Abstürze verantwortlich war, in dem ich mit den root-Rechten ein wenig zu offen umgegangen bin. (Merke: nur unter root arbeiten, wenn's wirklich nötig ist!) Zwei meiner Rechner laufen nun seit knapp drei bzw. seit knapp einem Jahr (da ich wieder vergesse, das upzudaten: seit Dezember 1998 bzw. Januar 2001), ohne in dieser Zeit gebootet zu haben. Beide existieren in ihrer jetzigen Form erst seit diesem "Start-Tag". Viele Leute mögen Linux auch nicht, weil angeblich keine Software dafür existiert - meiner Meinung nach so falsch wie nur was: Als Web-Browser läuft Netscape Communicater, Opera oder mein Favorit Konqueror; für die Text-Verarbeitung und Tabellenkalkulation gibt's StarOffice 5.2 (kostenlos und ähnlich leistungsfähig wie MS Office), ApplixWare ist ein weiteres, kommerzielles Office-Paket, und auch WordPerfect ist portiert. Spiele gibt's im Shareware-/PD-Markt zuhauf, und auch einige kommerzielle Spiele existieren (z.B. Sim City, Abuse, Doom, Quake I-III, ...). Selbstverständlich gibt es immer wieder Fälle, in denen Sonderlösung für Linux halt nicht existieren - aber das ist wohl weniger ein Manko des Systems als der mangelnden Initiative der Entwickler und Benutzer. (Wer sich jetzt aufregt, daß ich über zuwenig Software bei OS/2 schimpfe, und nicht bei Linux: IBM ist für das Promoten seiner Software selbst verantwortlich - wer aber auf der CeBit fast ausschließlich mit Win-Programmen wirbt, und die Aussteller praktisch nichts über OS/2 wissen, ist selber schuld an dem Debakel - bei Linux gibt es keinen leitenden Kopf, keine Millionen-Beträge, die in die Werbung gesteckt werden. IBM ist also mitverantwortlich für die Software-Lücke, während bei Linux einfach keine einzelne Person, Organisation oder Firma für dieses Problem verantwortlich gemacht werden kann. Der mittlerweile deutlich größere Erfolg von Linux gibt mir wohl Recht.) Aber was ist Linux überhaupt? Linux ist ein Betriebssystem, daß von dem finnischen Informatikstudent Linus Torvalds ursprünglich als System entworfen wurde, mit dem er nur privat arbeiten wollte. Daraus ist in wenigen Jahren (Linux wurde meines Wissens 1990 "erfunden") ein voll ausgereiftes System entstanden, das an Features, Fähigkeiten, Geschwindigkeit und Sicherheit weit über anderen PC-Systemen und wohl gleich auf mit vielen Server-Betriebssystemen liegt. Es ist ein frei verfügbarer Unix-Clone und somit ein Multi-User-Multi-Tasking-Betriebssystem, das durchaus in der Lage ist, als Server in Intra- und Internet zu dienen. Als Unix-Derivat ist es sowieso hervorragend zur Arbeit in Netzwerken jeder Art geeignet - nicht nur als Server, sondern eben auch als Client. Und genau das macht Linux so interessant: Völlig plattformunabhängig (es existieren u.a. Versionen für Mac, Sparc und Atari), bietet es einheitliche Schnittstellen auf jeder Art von Computer - eine Unix-Datenbank kann also genauso gut auf einem kleinen Rechner für die private Addressverwaltung dienen wie auf einem Multiprozessor-Server für eine weltweit abgefragte Datenbank; die HTTP- und FTP-Server-Programme (Daemonen) können lokal zum Ansprechen von HTML-Files oder Skripts genutzt werden oder weltweit auf vielgenutzten Servern. Bei all diesen Features ist Linux aber wohl intern das schnellste (oder zumindest eines der schnellsten) OS für PCs. Mittlerweile haben auch Multimedia-Schnittstellen ihren Weg in das System gefunden, so daß auch 3D-Spiele unter Linux eine ansprechende Geschwindigkeit bieten (Quake III läuft nach meinen Informationen unter Linux schneller als unter Windows). Bei all dem ist Linux aber durchaus ein genügsames OS: Ich möchte zwar niemandem wünschen, es auf einem i386 mit 4 MB Ram, Hercules-Grafik und 100MB-Festplatte benutzen zu müssen, aber selbst das wäre möglich (und ist in vielen Fällen bestimmt auch sinnvoll: Für einen Print- oder Mailserver in kleinem Umfang würde auch ein solcher Rechner ausreichen). Einer meiner Rechner im Netz ist ein 486/33 mit 8MB - er leistet nicht nur Mailserving für einige Leute, Webserving für ein paar Seiten, sondern fährt auch noch Applikationen, die "durchlaufen" sollen. Dieser Rechner ist übrigens der oben genannte Rechner, der seit Dezember 1998 nicht ein einziges mal gebootet worden ist... Außerdem ist es durchaus möglich, ein komplett lauffähiges Linux-System ohne jede Software-Kosten zu installieren: Praktisch sämtliche Software (inklusive StarOffice und Netscape Communicator/Mozilla) ist frei im Internet verfügbar, selbst die mittlerweile 7 CDs der sorgfältig zusammengestellten SuSE-Distribution sind komplett und am Stück abrufbar, auch wenn ich selbst die CDs bevorzuge... Diese allerdings sind mit € 78,90 für die Vollversion sowie € 49,90 für Update- und Studentenversionen auch nicht teuer - und ein beträchtlicher Anteil dieses Betrages wird wohl in den qualifizierten Support gesteckt. Noch ein Wort zum Thema Distributionen: Wer eine einfache lauffähige Version des Systems installiert haben möchte, ist mit Sicherheit mit SuSE-Linux gut bedient; für Fortgeschrittene gibts auch noch andere Möglichkeiten - je nach Anwendungsfall mag auch eine Debian- oder Redhat-Installation durchaus Sinn machen. ... gibts hier. |
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