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Die Abkürzung JUH, oft fälschlicherweise als Johanniter-Unfall-Hilfe übersetzt, steht eigentlich für Jung - Unerfahren - Hilflos ;-) Zwischen August 96 und September 97 war ich bei der JUH Gießen Zivildienstleistender. Die Johanniter, neben dem Roten Kreuz (DRK), den Maltesern, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der Feuerwehr eine der großen im Rettungsdienst tätigen Hilfsorganisationen in Deutschland, sind in Gießen mit dem DRK für den Rettungsdienst zuständig. Die Johanniter verfügen (oder verfügten zum Zeitpunkt meines Zivildienstes) im Landkreis Gießen neben der Hauptwache (in Linden, Carl-Benz-Str. 6, Tel.: 06403-70 30-0) über drei RTW-Außenwachen (RTW = Rettungs-Transport-Wagen) (in Reiskirchen, Lollar und Krumbach) sowie zwei NEF-Wachen (NEF = Notarzt-Einsatz-Fahrzeug) (Grünberg sowie Lich). Insgesamt war der Zivildienst bei den Johannitern für mich ein voller Erfolg: Ich hatte deutlich das Gefühl, einen Dienst am Menschen zu verrichten. Er hat mir (meistens...) großen Spaß gemacht - man lernt viele interessante Leute aus allen Bereichen kennen, trägt eine ganze Menge Verantwortung und lernt viel über das menschliche Leben - medizinisch wie soziologisch und psychologisch. Ich war gut die Hälfte der Zeit in einer Rettungswache ein Stück außerhalb Gießens stationiert. Dort wurde der Dienst als 24-Stunden-Dienst geleistet, was hieß, 24 Stunden zu arbeiten und anschließend zwei Tage frei zu haben. Die Fälle "draußen in der Wildniss" waren ausgesprochen interessant, und - für den einen oder anderen mag das makaber klingen - die angrenzende Autobahn hatte auch den einen oder anderen spannenden Job zu bieten. Zusammen mit Hartmut Wurmbach, dem Rettungsassistenten, den ich unterstützt habe, hatte ich jedenfalls eine tolle Zeit und einen Haufen Spaß - ich hoffe, unseren "Opfern" und Patienten ging das in Anbetracht ihrer Lage genauso! Problematisch war die Anfangszeit des Zivildienstes: Ein wenig "überflüssig", mußte ich eine ganze Weile den Baby-Notarzt-Wagen fahren. Das hört sich toll an, erwies sich aber als reichlich langweilig: Die Einsatzstatistik lag bei rund 0.5 Einsätzen pro Tag; diese Einsätze waren wiederum größtenteils Transporte von der Frauenklinik in die 500 Meter entfernte Kinderklinik, bei denen ich - außer zu fahren - nicht viel tun konnte. Und so war das Fahrzeug mehr ein Prestige-Objekt für die Johanniter denn ein sinnvolles Einsatzfahrzeug. Aber auch diese Zeit ging ja vorüber... Ich hoffe, daß in Zukunft näheres über den Kreisverband Gießen, vielleicht sogar über den Ortsverband Reiskirchen und den Landesverband Hessen auf der Homepage der Johanniter-Unfall-Hilfe Deutschland zu lesen sein wird. |
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